NEWS

Das Eis bestimmt den Kurs - Die kanadische Arktis mit HANSEATIC nature.

September 17 2019

Das Eis bestimmt den Kurs - Die kanadische Arktis mit HANSEATIC nature.

 

Für die Inuit war der Smith-Sund schon immer ihr Weg nach Grönland. Die europäischen Forscher kamen hingegen erst im 19. Jahrhundert in den fernen Norden. Vor allem für Amerikaner und Briten wurde der Smith-Sund anschließend der Weg zum Pol. Bis heute erinnern Namen wie Kane-Becken, Nares-Straße, Hayes-Halbinsel oder Hall-Land an die Expeditionsleiter.

 

 

HANSEATIC nature in der hohen Arktis – und der Blick in die Weite

Der Weg durch arktische Gewässer ist nie derselbe. Für den Kapitän sind dies Tage mit wenig Schlaf und auch der sogenannte „Ice-Master“ hat seinen festen Platz auf der Brücke, um die günstigste Route zu finden, das Eis zu analysieren und die Nautiker zu unterstützen.

 

SOP-Blog:/blog/TravelerArticleBlog/images/2019_HL_627x350_05.jpg

 

Unsere Route führt uns durch die Nares- Straße. Nach anfangs relativ eisfreier Fahrt aufgrund guter Bedingungen, ändert sich die Eissituation: Immer wieder bahnt sich unser Schiff seinen Weg durch Eisfelder, die mit Südkurs durch die schmale Wasserstraße treiben. Wir passieren die Thuleregion in Grönland und besuchen das letzte Lager der tragisch verlaufenen Greely-Expedition auf Pim Island.

Von Deck aus lohnt es sich in diesen Breitengraden die beeindruckende Natur zu beobachten. Auch auf dieser Reise wurde das Absuchen des Eises mit einem Fernglas mit der Sichtung eines Eisbären und mehrerer Bartrobben gekrönt.

Unser Weg führt uns weiter durch das Kane-Becken, Passagen offenen Wassers wechseln mit dichten Eisgürteln. Beim Passieren des 81. Breitengrades wird das Eis wieder dichter und es drängt sich die Frage auf: Wie weit nördlich werden wir vordringen können?

 

SOP-Blog:/blog/TravelerArticleBlog/images/2019_HL_627x350_02.jpg

 

HANSEATIC nature in der hohen Arktis: Hans und der Schnaps-Streit

Auf der Karte zeigt sich eine winzig kleine Insel mit dem schlichten Namen Hans. Ab und an taucht sie aus dem Nebel auf. Rinnen im Eis scheinen darauf zuzuführen.

Hans“ liegt geografisch zwischen Kanada und Grönland und diese Lage führt zu einer skurrilen Begebenheit rund um die Gebietsansprüche dieser Insel, nachdem das Gebiet im Zuge der globalen Suche nach Bodenschätzen interessant wurde. Seit der ersten Anlandung der Kanadier in den 1980er Jahren auf dem felsigen Land kommt es zu einem unregelmäßigen Abtausch an Fahnen und Hochprozentigem (Whiskey oder dänischem Schnaps) zwischen Kanada und Dänemark, um die Gebietsansprüche zu untermauern. Mittlerweile wurde eine Kommission eingerichtet, um den Grenzverlauf einvernehmlich festzulegen.

Neben der ungeklärten Zugehörigkeit, gibt es noch eine weitere Eigenheit der Insel: ihren Namen. Die Entdecker des 19. Jahrhunderts benannten die von ihnen kartierten Fjorde, Berge und Inseln zumeist nach ihren Gönnern. Könige, Staatsmänner und hohe Beamte finden sich namentlich in den Weiten der Arktis. Doch wer war Hans? Hans Hendrik stammte aus Südgrönland und war Schlittenführer, Jäger und Dolmetscher. Die Insel mit seinem Namen, würdigt die Leistung eines der vielen Inuit, welche unzählige Expeditionen in diesem Gebiet begleiteten und zum Erfolg führten.

 

SOP-Blog:/blog/TravelerArticleBlog/images/2019_HL_627x350_03.jpg

 

HANSEATIC nature in der Arktis: ein Riff im Ewigen Eis

Am frühen Morgen haben wir es bis zur Nordspitze der Hans-Insel geschafft. Heller, harter Fels bestehend aus Jahrmillionen alten Stromatoporenriffen (aus ihren Ablagerungen entstand einst das helle Gestein der Insel), ragt senkrecht aus dem Meer. Eisschollen treiben in schneller Drift vorbei, öffnen und schließen die Zufahrt im Nordwesten der Insel im zehnminütigen Wechsel.

Mit einem Fernglas kann im Westen hinter den Eisfeldern die markante, Küste von Ellesmere Island erspäht werden: spitze, rötlich und grau gefärbte Berge ragen bis zu 1.000 Meter empor, ihre Gipfel sind schneebedeckt und viele Gletscherzungen strukturieren das Bild. Doch uns führt der Kurs weiter nach Baffinland, Kanada, wo aktuelle Eiskarten darauf schließen lassen, dass die Hans-Insel wieder unerreichbar liegt – von dichtem Packeis umschlossen...

 

SOP-Blog:/blog/TravelerArticleBlog/images/2019_HL_627x350_01.jpg

 

Über den Autor: Arne Kertelhei

Dr. Arne Kertelhein hat sich auf Polargeschichte spezialisiert und liebt besonders die Eiswelten der Nordhalbkugel. Seit etwa 10 Jahren arbeitet er für Hapag-Lloyd Cruises, aktuell als Expeditionsleiter an Bord der HANSEATIC nature.

 

Die Welt noch intensiver sehen

Ob Reisen in die Antarktis, entlang des Amazonas, durch die chilenischen Fjorde oder zu den Azoren und den Kapverden – auf Expeditionstouren von Hapag-Lloyd Cruises können Passagiere in die Naturwunder der verschiedenen Destinationen noch tiefer eintauchen. In jeder Kabine und Junior Suite der Schiffe HANSEATIC nature, HANSEATIC inspiration und HANSEATIC spirit wird ein anthrazitfarbenes CL Companion ausgelegt – in den Grand Suiten jeweils zwei.

 

Foto-Credit: Hapag-Lloyd Cruises

 

Zum Anfang