Herzlich Willkommen
in der Welt von
Swarovski Optik

Wir liefern wie gewohnt! Durch mögliche längere Lieferzeiten haben wir das Rückgaberecht auf 30 Tage verlängert.
LERNEN-JAGEN-SCHÜTZEN


DAS SOUTHERN AFRICAN WILDLIFE COLLEGE IM KRUGER NATIONALPARK BILDET STUDIERENDE ALS NATURSCHÜTZER UND IN DER NACHHALTIGEN JAGD AUS. DAMIT ERHALTEN MENSCHEN AUS DER REGION EINE LEBENSGRUNDLAGE – UND GLEICHZEITIG WIRD SO AUCH DER WILDEREI DER KAMPF ANGESAGT. 

Die ersten Büffel sind am frühen Morgen in der Savanne nicht mehr als vorüberstreifende Schatten. Bei Sonnenaufgang zeichnen sich im Dunst die ersten Silhouetten ab. Das Schnauben, Grunzen und Grollen der Rinder ist von Minute zu Minute deutlicher zu vernehmen, während das lärmende Geschnatter der Rotschnabel-Madenhacker das Herannahmen der Herde ankündigt. Der Tag ist vollständig angebrochen, als sich die ersten zwei Dutzenden Tiere zum Trinken am Wasserloch versammeln – massige schwarze Bullen mit schweren Hörnern, kräftige Kühe und ein paar kleine rehbraune Kälber.

 

„Sehen Sie sich die Farbe und Körperform der Bullen an; die Ausbildung der Nacken- und Schultermuskulatur, die Härte der Hörner und die Schärfe der Hornspitzen verraten, wie alt der Bulle ist“, erläutert Dr. Kevin Robertson vom Southern African Wildlife College, für den die Herde ein offenes Buch ist. Mit einer Gruppe von Studierenden, die in der 18-monatigen Ausbildung zum Berufsjäger des Fachbereichs „Sustainable Use and Field Guiding“ des Colleges eingeschrieben sind, ist er in freier Wildbahn unterwegs. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus intensivem theoretischem und praktischem Unterricht am College, gefolgt von einer Ausbildung bei einem registrierten Safariveranstalter für eine Saison.

 

Der Kurs ist einer von vielen im Angebot des Southern African Wildlife College, eines der führenden Spezialzentren für Schulung, Ausbildung und Kompetenzentwicklung im Bereich Naturschutz. Aufgrund der Lage des Campus im Kruger Nationalpark haben die Studierenden einen beispiellosen Zugang zum wohl besten und mit fast 2 Millionen Hektar Fläche sicherlich auch größten „Vorlesungssaal“ der Welt.


PROFESSIONALISIERUNG DER BRANCHE

 

„2011 sind eine Reihe von Organisationen aus der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (Southern African Development Community, SADC) an das College mit der Bitte herangetreten, ein professionelles Ausbildungsprogramm für Field Guides und Berufsjäger zu entwickeln. Der Grund dafür lag auf der Hand: Die Jagdbranche musste sich wandeln, um die wirtschaftlichen Vorteile, die sich aus der nachhaltigen Nutzung von Wildtierressourcen ergeben, für die Gemeinschaft zugänglich zu machen“, sagt College-Geschäftsführerin Theresa Sowry. Zuvor waren die meisten Ausbildungskurse für Field Guides und Berufsjäger, vor allem in Südafrika, im Wesentlichen „Abschlussschulen“ für einzelne Leute, die in der Jagdbranche groß geworden waren. „Dadurch wurde aber die lokale Bevölkerung ausgegrenzt, die zwar den Risiken des Lebens in der Wildnis ausgesetzt ist, daraus aber keinerlei wirtschaftlichen Nutzen ziehen konnte“, merkt sie an.

 

„Das College trägt seither mit seiner Ausbildung wesentlich zu einer Professionalisierung der Jagdbranche in der Region des südlichen Afrika bei. Die Absolventen werden mit den erforderlichen Qualifikationen und praktischen Erfahrungen ausgestattet, um komplexe Ökosysteme zu verwalten, die Tierwelt zu bewahren und Gemeinden vor Ort zu stärken. Die nachhaltige Nutzung der Fauna Afrikas ist dabei ein wesentlicher Bestandteil“, sagt Robertson, der glaubt, dass sich der Schutz der Tierwelt Afrikas nur durchsetzen lässt, wenn der Mensch unmittelbar einen direkten Nutzen daraus ziehen kann.


WILDLIFE COLLEGE

JAGDAUSBILDUNG

Die Ausbildung zum Berufsjäger am SAWC dauert 18 Monate und umfasst 44 Module, darunter Tier- und Pflanzenstudien, Grundlagen der Ökologie, Ethologie (Tierverhaltensforschung), Waffen und Ballistik, Spurenlesen, Erste Hilfe, Überlebenstechniken im Busch, Jagdplanung, Jagdethik, Jagdrecht sowie Naturschutz, Wildtier- und Vegetationsmanagement und viele andere Themenbereiche.
wildlifecollege.org.za


WILDTIERPRODUKTE ALS EXISTENZGRUNDLAGE

Die Jagd in Afrika – auch wenn sie nachhaltig betrieben wird – ist nicht unumstritten. Ein Großteil der Kritik wird allerdings von jenen geäußert, die nur wenig Einblick in die Sorgen und Probleme der Menschen haben. „Viele in der Region sind von Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger betroffen“, betont Sowry. „Durch das Einbeziehen der lokalen Bevölkerung in den Kreislauf einer nachhaltigen Jagd entsteht ein neues Bewusstsein im Umgang mit Wildtieren, werden Jobs geschaffen und wird die Versorgung der Dorfgemeinschaften mit Fleischprodukten sichergestellt.“

 

Vor diesem Hintergrund hätten daher die von Jagdkritikern geforderten Jagdverbote auch keine positiven Effekte auf die Tierwelt, erklärt sie. Die Konflikte zwischen Einheimischen und Wildtieren würden unweigerlich zu einem Anstieg der Wilderei führen.

 

Beim Management dieser Konflikte und im Kampf gegen die Wilderei spielt das Southern African Wildlife College ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Aufklärung und Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung trägt entscheidend zu einem Umdenken bei. So nimmt zum Beispiel die Zahl der illegal getöteten Nashörner im Kruger Nationalpark langsam ab. Top ausgebildete Ranger, Hundestaffeln und die Überwachung aus der Luft sind jedoch nach wie vor unverzichtbare Mittel zum Schutze des Wildes. Finanziert werden die aufwändigen Maßnahmen wiederum durch die Einnahmen aus der professionellen Bejagung.



NACHHALTIGE JAGD FÖRDERT DEN NATURSCHUTZ

Durch die legale und gut reglementierte Jagd werden nicht nur wirtschaftliche Aspekte abdeckt, sondern wird gleichzeitig das Habitat einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten erhalten. Ohne ein nachhaltiges Bestandsmanagement würde dieser Lebensraum überwiegend für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden und somit für Wildtiere verloren gehen.

 

Der Schlüssel ist jedoch die Nachhaltigkeit in der Jagd. „Diese muss langfristig finanziell, ökologisch, sozial and genetisch tragfähig sein“, sagt Robertson. „Bei der Trophäenjagd, wie wir sie heute kennen, wird der letzte Faktor jedoch häufig ignoriert. Dabei ist es unumgänglich, dass die Branche die Erhaltung einer Art an erste Stelle setzt und deren Auswirkungen auf die Wildbestände berücksichtigt. Solange wir aber weiterhin denken, dass größer automatisch auch besser ist, bejagen wir womöglich die falschen Tiere“, betont Robertson.



DER BÜFFEL BRAUCHT EIN NEUES JAGDVERSTÄNDNIS

Vor diesem Hintergrund ist das Southern African Wildlife College auch an richtungsweisenden Forschungsarbeiten beteiligt, um beispielsweise zu verstehen, wie sich die Jagd langfristig auf die gesamte Trophäenqualität des Büffelbestandes auswirkt. Zum Einsatz kommen unter anderem hochauflösende Luftaufnahmen, mit denen sich Geschlecht, Alter und Trophäengröße ganzer Büffelpopulationen bestimmen lassen. Verglichen wird dabei ein Gebiet, in dem die Jagd erlaubt ist, mit einer angrenzenden Gegend, in der sie untersagt ist. Zusammen mit Studierenden der Universität Oxford konnte das College mithilfe von ausgeklügelten Algorithmen feststellen, dass sich in den letzten drei Jahrzehnten die Trophäengröße von Büffeln in Teilen des südlichen Afrikas drastisch verändert hat.

„Die Forschung hat gezeigt, dass die Büffeljagd, wie sie derzeit praktiziert wird, sich langfristig genetisch nachteilig auf die Büffel-Population auswirkt“, erklärt Robertson.

„Die Forschung deutet darauf hin, dass das derzeitige Punktesystem für Büffeltrophäen die Jagd auf nicht geschlechtsreife und auf aktiv an der Fortpflanzung beteiligte Bullen zur Folge hat. Die größten, besten, eindrucksvollsten Exemplare werden aufgrund ihrer Trophäen geschossen, solange sie noch im besten Fortpflanzungsalter sind. Ihre Gene werden somit nicht weitergegeben. Wir müssen diese Entwicklung innerhalb der Branche aufhalten, sonst ist das Zeitalter von kapitalen Büffeln bald vorbei.“

 

Vergleichsstudien dieser Art sind ein wichtiger Teil des angewandten Lernens bei den Lehrgängen des Southern African Wildlife College. Zudem werden wertvolle Daten aus der Praxis gewonnen, die wiederum eine Grundlage für die Weiterentwicklung eines modernen Wildbestandsmanagements sowie der dazugehörigen Lehrgänge bilden.

DR. KEVIN ROBERTSON

Seine Leidenschaft für die Tierwelt und insbesondere für Büffel fand Dr. Kevin Robertson in Simbabwe. Nachdem er 1981 die Ausbildung zum Tierarzt abgeschlossen hatte, wanderte er in den gerade unabhängig gewordenen Staat aus, um dort eine Großtierpraxis samt Rinderfarm im nordwestlichen Mashonaland in der Nähe des berühmten Sambesi-Tals zu eröffnen. Anschließend machte er eine Ausbildung zum Berufsjäger, wurde Anbieter von Safaris und führte zwei Jahrzehnte lang erfolgreich Jagdgäste als „PH“ (Professional Hunter). Als einziger simbabwischer Tierarzt, der gleichzeitig Berufsjäger war, begann Robertson sich damit zu befassen, Nachwuchsjägern die Anatomie der Wildtiere zu vermitteln; das Endergebnis war die Veröffentlichung seines internationalen Bestsellers The Perfect Shot. 2014 schloss sich Robertson dem Southern African Wildlife College an, wo er nun den Fachbereich „Sustainable Use and Field Guiding“ leitet.

Zum Anfang